Das Glück hat vier Farben - Ein kleiner Überraschungshit!

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Gebundene Ausgabe | Fischer SAUERLÄNDER |  368 Seiten | Übersetzung: Maren Illinger | Hier kaufen

Flannery ist schon seit Ewigkeiten in Tyrone verliebt, der Junge, mit dem sie zusammen aufgewachsen ist. Mittlerweile ist er zum coolsten Typen der Schule geworden und findet keine Zeit mehr für seine Kindheitsfreundin. Als sich die beiden gemeinsam für ein Schulprojekt ein Produkt samt Business-Plan ausdenken sollen, sieht Flannery endlich die Chance gekommen, wie sie sich wieder annähern können. Doch Tyrone hat ganz andere Prioritäten und lässt sie immer wieder hängen. Und das ist nicht das Einzige, was in Flannerys Leben irgendwie nicht nach ihren Vorstellungen läuft... 

Das Glück hat vier Farben war für mich ein kleiner, unerwarteter Überraschungshit. Erwartet habe ich anfangs eigentlich nicht viel mehr als eine süße Liebesgeschichte zwischen Jugendlichen, die als Kinder beste Freunde waren. Doch was ich bekommen habe, war so viel Mehr, eine viel erwachsenere und tiefgründigere Geschichte, die mir mit ihrem eigenwilligen Erzählstil sehr gefallen hat.

Das Buch erzählt eigentlich viele kleine Geschichten fast aller Personen, die darin auftauchen. Im Fokus steht natürlich Flannery, aber wir erfahren durch ihre Rückblicke in die gemeinsame Vergangenheit auch viel über Tyrones Leben oder warum ihre Mutter eine brotlose Künstlerin ist und es mit der Liebe nicht so recht klappen will. Außerdem erfahren wir, was mit Flannerys bester Freundin passiert, deren neuer Freund versucht, einen Keil zwischen die Freundschaft der beiden zu treiben. 

Trotz des harmlosen Eindrucks, den Titel und Cover machen, ist es doch ein überwiegend ernstes Jugendbuch, welches vielfältige Themen wie Mobbing, Alkoholsucht und Kindesmisshandlung anspricht, bis hin zu Geldproblemen. Flannery hat beispielsweise oft das Gefühl, die Erwachsene im Haus zu sein, mit einer Mutter, die als Künstlerin einen recht eigenwilligen Lebensstil hat und nicht immer dran denkt, genug Geld für die Miete ihrer Sozialwohnung zu sparen.

Außerdem zeigt dieses Buch deutlich, wie sich Beziehungen und Freundschaften im Laufe der Zeit verändern. So sehr man sich vielleicht auch wünschen mag, dass man für immer mit den Freunden aus Kindheitstagen verbunden bleibt, entwickelt sich doch jeder Mensch weiter und nicht immer passt das Leben des einen dann noch zu dem des anderen. Eine schmerzhafte Lektion, die Flannery im Laufe des Buches lernen muss.

Aber obwohl die Themen zeitweise alles andere als leicht sind, gibt es auch viele erheiternde Szenen (besonders die Erziehungstipps von Flannerys Mutter auf ihrem Blog sind herrlich) und Flannerys humorvolle Erzählweise hat dafür gesorgt, dass mich das Buch nie betrübt, sondern immer hervorragend unterhalten hat. 

Das Buch glänzt mit realistischen Charakter- und Handlungsentwicklungen und auch einem eben solchen Ende. Es ist nämlich kein Friede-Freude-Eierkuchen Schluss, sondern wirklich lebensnah und auch realistisch. So ist am Ende zwar nicht alles perfekt und es werden keine plötzlichen Lösungen aller Probleme herbeigezaubert, aber Flannerys Geschichte verlässt man doch mit einem positiven Gefühl. Ich empfehle es euch gerne weiter, wenn ihr nach einem Jugendbuch mit Tiefgang, aber auch Leichtigkeit sucht.

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